Die Stadt Biel entwickelt ein Smart Check-Up Framework, das die Klimastrategie 2050 mit Smart-City-Kriterien verbindet. Drei Umsetzungsprojekte fokussieren auf Gebäude-Dekarbonisierung, Strassenraum-Begrünung und Grundwasser-Nutzung.

Die Stadt Biel mit ihren rund 55'000 Einwohnenden nutzt den Begriff Smart City nicht. Trotzdem will sie Smart-City-Kriterien auf ihre Klimastrategie anwenden. So werden Überlappungen sichtbar und Verbesserungspotenzial deutlich.
Biel hat keine Smart-City-Strategie, und die Smart-City-Kriterien von EnergieSchweiz sind in der Verwaltung nicht bekannt. Der Arbeitsalltag bietet wenig Raum und Ressourcen, um sich vertieft mit komplexen amtsübergreifenden Themen auseinanderzusetzen. Das Projektteam muss die Kriterien erst erläutern und dabei auch Berührungsängste abbauen.
Die Stadtverwaltung stellt konkrete Fragen für ein Beurteilungsschema zusammen. Die Fragen nehmen Smart-City-Kriterien auf und eignen sich sowohl fürs Prüfen von Strategiepapieren als auch von Massnahmen. In einer Pilotphase testet das Projektteam drei Projekte mit dem so entstandenen Smart Check-Up. Die gewonnenen Erkenntnisse nutzt Biel, um das Beurteilungsschema weiter zu optimieren. 2025 will die Stadt das fertig erstellte Smart Check-Up noch einmal an einer Strategie- und einer Massnahmenvorlage durchspielen.
Biel hält das 2025 fertig entwickelte Smart Check-Up in einem Leitfaden fest, den die Stadt auch anderen Gemeinden zur Verfügung stellt. Die Projektförderung hat für Schwung im Prozess gesorgt und eine Verbindlichkeit hergestellt, die in Strategieprojekten sonst oft fehlt. Im Austausch mit den anderen Front-Runner-Gemeinden konnte Biel von den Erfahrungen anderer profitieren und Inspiration für eigene Vorhaben sammeln. Zudem erhielt die Stadt tatkräftige Unterstützung des Beratungsteams von EnergieSchweiz für Gemeinden.
Keine Angst vor dem Begriff Smart City!
Die städtischen Verwaltungsgebäude sollen bis 2040 klimaneutral werden. Ein Expertenteam sammelt Sanierungsdaten und gruppiert die Gebäude nach Kriterien wie Denkmalschutz oder Solarenergie-Potenzial. Das Team entwickelt ein digitales Dashboard. Es legt für jede Gebäudekategorie spezifische Ziele fest und zeigt, welche Massnahmen nötig sind, um Netto-Null zu erreichen.
Der Strassenraum in Biel gehört hauptsächlich dem motorisierten Verkehr. Das will die Stadt ändern. Mit einer neuen Datenbank über das Parkraumangebot entwickelt Biel ein Konzept zur Umgestaltung. Ziel: In zehn Jahren einen Drittel der Parkflächen umwandeln. Statt Asphalt entstehen Grün- und Erholungsräume sowie mehr Platz für Fuss-, Velo- und öffentlichen Verkehr. So steigt die Lebensqualität und die Verkehrsemissionen sinken.
Unter Biel liegt ein grosses Grundwasser-Reservoir – ideal für die Wärmeversorgung. Eine geothermische Studie ermittelt, wo die Stadt das Grundwasser optimal nutzen kann und wo Einschränkungen bestehen. Die Stadtverwaltung arbeitet eng mit dem lokalen Energie- und Wasserversorgungsunternehmen zusammen. Gemeinsam planen sie die effiziente Nutzung für nachhaltige Wärme. Wichtig dabei: Grundwasservorkommen für die Zukunft sichern und das Potenzial tieferer Grundwasserstockwerke beurteilen.
Die bisherigen Front-Runner-Gemeinden geben ihre wichtigsten Erkenntnisse weiter.
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