Das Wichtigste in Kürze
Ein Preisgeld von 100'000 CHF für Bürgerideen.
Kriterien hinsichtlich Nachhaltigkeit und Innovation für die Einreichung von Projekten.
Hohe Beteiligung der Öffentlichkeit: mehr als 330 Abstimmende bei 1000 abgegebenen Stimmen.
Einrichtung einer digitalen Bürgerbeteiligungsplattform.
In Gland ist die Einführung des Bürgerhaushalts Teil eines umfassenderen Ansatzes, nämlich des Projekts «Smart City Gland», das die Gemeinde 2019 im Anschluss an einen politischen Antrag ins Leben gerufen hat. Für die Behörden besteht diese Vision einer intelligenten Stadt darin, den Menschen und die Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt der lokalen Überlegungen zu stellen. Gerade um diese Idee in konkrete Massnahmen umzusetzen, hat die Stadtverwaltung beschlossen, einen Bürgerhaushalt einzuführen und diese Gelegenheit zu nutzen, um eine nachhaltige digitale Plattform einzurichten, die die Bürgerbeteiligung stärken soll.
Von der Online-Einreichung bis zur öffentlichen Abstimmung
Die Umsetzung dieses Vorhabens erfolgte im Rahmen eines strukturierten, gemeinschaftlichen Prozesses, der durch öffentliche Informationsveranstaltungen begleitet wurde. Um eine Idee einzureichen, mussten sich Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren zu Gruppen von mindestens drei Personen zusammenschliessen und zehn Unterstützer gewinnen, um das lokale Interesse an ihrem Vorhaben zu bestätigen. Nach einer von der Gemeindeverwaltung durchgeführten Prüfung der Durchführbarkeit, bei der die Übereinstimmung mit dem Legislaturprogramm und den Leitlinien zur nachhaltigen Entwicklung überprüft wurde, wurden zehn Finalistenprojekte der öffentlichen Abstimmung vorgelegt. Die Abstimmungsphase, die sich über einen Monat erstreckte und sowohl digital als auch in Papierform stattfand, war ein voller Erfolg: Mehr als 330 Wählerinnen und Wähler gaben insgesamt 1000 Stimmen ab, was das echte Interesse der Bevölkerung deutlich machte.
Eine digitale Plattform als Unterstützung
Um diese Dynamik voranzutreiben, setzte die Gemeinde auf Decidim, eine digitale Open-Source-Plattform. Dieses Tool spielte eine Schlüsselrolle für den Erfolg der Aktion, indem es den gesamten Prozess zentralisierte. Es ermöglichte die Einbindung des Haushaltsplans, die transparente Darstellung der Projektbeschreibungen für die Bevölkerung und die Bereitstellung des Online-Abstimmungssystems. Eine Investition, die sich für die Gemeinde als nachhaltig erweist: Nun, da die Plattform eingerichtet ist, kann sie von der Verwaltung für weitere partizipative Projekte und Konsultationen wiederverwendet werden.
Vielfältige Preisträger und eine flexible Finanzierung
Drei starke Bürgerinitiativen fanden grossen Anklang bei der Bevölkerung: ein Café mit Buchhandlung, ein Strandunterstand für Winterschwimmer und die Einrichtung eines Basketballplatzes. Die Abstimmung führte zudem zu einer unerwarteten politischen Entscheidung: Angesichts der starken Unterstützung für das Projekt zur Überdachung eines Aussenbasketballplatzes beschloss die Stadtverwaltung, diese Infrastruktur aus dem Bürgerhaushalt herauszunehmen und in einen regulären kommunalen Haushaltsentwurf aufzunehmen. Diese flexible Entscheidung ermöglichte es, die Sportanlage über die regulären Haushaltswege zu finanzieren, wodurch die Mittel aus dem Bürgerhaushalt sofort frei wurden, um die beiden anderen ausgewählten Projekte umzusetzen. Die Umsetzungsphase erstreckt sich nun über zwei Jahre und erfolgt in Form einer engen Partnerschaft zwischen den ehrenamtlich tätigen Initiatoren und der fachlichen Unterstützung durch die kommunalen Dienststellen.
Jetzt sind Sie dran!
Möchten auch Sie einen Projektaufruf organisieren oder von einem Bürgerhaushalt profitieren? Unter diesem Link gelangen Sie zu unserer Seite zum Thema Bürgerhaushalte. Dort finden Sie Tipps und Fragen, die Sie sich stellen sollten, um ein Projekt in Ihrer Gemeinde erfolgreich umzusetzen.
Häufige Fragen
Das Projekt im Überblick
Kosten und Finanzierung | Fördermittel in Höhe von 100'000 CHF für Projekte. Zusätzliche Finanzierung in Höhe von 40'000 CHF für die partizipative Software. |
Zeitdauer | Der gesamte Zyklus erstreckt sich von Mai 2024 (Start und Einreichung der Anträge) bis Dezember 2024 (Ende der Abstimmung). Die Umsetzung der ausgewählten Projekte erstreckt sich über die Jahre 2025 und 2026. |
Involvierte Akteurinnen und Akteure | Bevölkerung (ab 16 Jahren), kommunale Dienste, spezialisierte externe Dienstleister |
Erfolge | Mehr als 330 Abstimmende bei insgesamt 1000 abgegebenen Stimmen. Endauswahl von 3 Preisträgern. |
Nachhaltige Perspektive | Die Genehmigung von Anträgen hängt von deren langfristigen ökologischen oder sozialen Auswirkungen ab, wodurch sichergestellt wird, dass öffentliche Gelder ausschliesslich zur Finanzierung nachhaltiger Initiativen verwendet werden. |
Hinweise / Besonderheiten | Das Projekt, das die meisten Stimmen erhielt (318 Stimmen), wurde in Absprache mit den Einwohnerinnen und Einwohner aus dem allgemeinen Bürgerhaushalt der Gemeinde finanziert, wodurch die Anzahl der finanzierten Bürgerprojekte maximiert werden konnte. |
Mehr Informationen | Website Smart City Gland Plattform Gland Participe |
Bild: © Stadt Gland
Kontakt
Nathalie Jacquemont Leiterin für bereichsübergreifende Projekte und Smart City 022 354 04 76 n.jacquemont@gland.ch

