Effiziente Rechenzentren – Tipps für Kantone und Gemeinden

Der Bau eines Rechenzentrums ist für Kantone und Gemeinden Chance und Herausforderung zugleich. Die folgenden Informationen zeigen, wie sie sich auf solche Projekte vorbereiten und davon profitieren können.

Foto vom Rechenzentrum in Glattbrugg von oben gesehen.

Das müssen Sie wissen

Rechenzentren werden aufgrund ihres hohen Stromverbrauchs und der produzierten nutzbaren Abwärme zu einem wichtigen energiepolitischen Faktor. Das stellt auch Kantone und Gemeinden vor grosse Herausforderungen.

100 MW

Das derzeit grösste Schweizer Rechenzentrum ist in Volketswil im Kanton Zürich geplant – mit einer Anschlussleistung von gegen 100 MW. Dies entspricht etwa der Leistung eines kleinen Wasserkraftwerks.

3.6 %

3.6 % des gesamten Stromverbrauchs in der Schweiz entfallen auf unternehmenseigene und kommerzielle Rechenzentren (Colocation oder Cloud).

80 %

Aus technischer Sicht lassen sich bis zu 80 % des Stromverbrauchs eines Rechenzentrums als Abwärme nutzen, um beispielsweise Haushalte über ein Wärmenetz mit umweltfreundlicher Heizenergie zu versorgen.

Effizienzanforderungen

Die Energieverordnung des Kantons Schaffhausen verlangt, dass Rechenzentren innerhalb von drei Jahren nach ihrer Inbetriebnahme einen PUE+ ≤ 1,20 erreichen oder die SDEA-Gold-Zertifizierung erhalten.

Das können Sie tun

Kantonen und Gemeinden stehen zahlreiche Instrumente zur Verfügung, um Energieeffizienz, Flächenverbrauch und Abwärmenutzung von Rechenzentren bereits in der Planung zu beeinflussen und damit wichtige fossilfreie Energiequellen zu erschliessen.

Rechenzentren in der Schweiz

Die Schweiz zählt europaweit zu den Ländern mit der höchsten Anzahl an Rechenzentren pro Kopf. Aufgrund der stabilen politischen Lage, der hohen Anforderungen an die Datensicherheit und der zuverlässigen Strominfrastruktur ist die Schweiz ein attraktiver Standort für Rechenzentren. Heute betreiben nationale und internationale Unternehmen hierzulande bereits fast 120 kommerzielle Rechenzentren im Leistungsbereich von 2 bis 20 MW. Der Markt wächst stetig, viele grosse Rechenzentren sind derzeit in Bau oder in Planung. Gemäss einer Studie von EnergieSchweiz erreichte der Stromverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz im Jahr 2024 2.1 TWh. Davon entfielen 44 % auf kommerzielle Rechenzentren (Colocation oder Cloud) und 56 % auf unternehmensinterne Rechenzentren. Bis 2030 könnte der Stromverbrauch auf 2.5 bis 3.2 TWh steigen, getrieben durch kommerzielle Rechenzentren. Durch die schnell fortschreitende Digitalisierung steigt auch die benötigte Anschlussleistung: Bei neuen Rechenzentren kann sie bis zu 100 MW erreichen.

Beispiel eines konventionellen grossen Rechenzentrums

Beispiel eines Rechenzentrums mit einer IT-Leistung von 20 MW mit einem Jahresstromverbrauch von 84 GWh und einem jährlichen Wasserverbrauch von 40'600 m3. Die aus der Abwärme gewonnene Heizenergie reicht für 4'700 Haushalte.

Annahmen: PUE = 1.2; RZ-Auslastung = 40 %; WUE = 580 m3/GWh_IT (EU-Mittelwert); Anteil nutzbarer Abwärme = 47 %. Hinweis: Die Abwärme aus Rechenzentren hat eine niedrige Temperatur (25 bis 40 °C) und wird das ganze Jahr über konstant erzeugt. Um den nutzbaren Anteil zu maximieren, braucht es entweder Abnehmerinnen und Abnehmer mit einem konstanten Wärmebedarf wie industrielle Kunden oder einen saisonalen Wärmespeicher.

Infomaterial und Dokumente

pdf

Rechenzentren in der Schweiz – Stromverbrauch und Effizienzpotenzial

2026-05-01
pdf

Abwärmenutzung von Rechenzentren – Potenzialstudie und Empfehlungen für Betreiber und Gemeinden

2023-06-01
Eine Mitarbeiterin eines Rechenzentrums zieht ein Kabel aus der Serveranlage.

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